Fortsetzung der Förderung der Beratungsstelle RespAct

Täglich kommt es in Deutschland zu rassistischen Übergriffen. Rassismus und rechte Gewalt ist allgegenwärtig. Sie reicht von Gewalt- und Mordandrohungen in sozialen Medien, über rassistische Angriffe aufgeflüchtete Menschen bis hin zur Ermordung, wie jüngst in Hanau.

Wenn Menschen rechter Gewalt ausgesetzt sind dann haben wir als Gesellschaft bereits versagt, lassen wir Betroffene mit ihrer Gewalterfahrung, mit ihrer Unsicherheit, Angst und Ohnmacht anschließend allein, dann versagen wir ein zweites mal. Das ist nicht hinnehmbar!

Am 31. März 2020 läuft die Förderung der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Niedersachsen „RespAct“ aus.

Unabhängige Beratungsstellen wie RespAct sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Strategie um rechtsextreme Gewalt entschieden entgegen zu treten.

Bündnis 90/ Die Grünen Niedersachsen spricht sich für die Fortsetzung der Förderung von RespAct aus und fordert,

  • dass Gelder aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben“ des Bundesfamilienministeriums direkt dem Beratungsprojekt vor Ort zur Verfügung gestellt wir.
  • dass die professionelle Beratungsstelle ResPact personell, finanziell und strukturell angemessen ausgestattet wird. Erst die langfristige und planbare Förderung von Beratungsstellen gewährleistet eine personelle Kontinuität in den Teams und sichert die Qualität der Beratung.
  • dass die Landesregierung anerkennt, dass durch unabhängige Beratungsstellen wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, wo eine stärkere bzw. effektivere Intervention notwendig ist.
  • dass RespAct inhaltlich und strukturell unabhängig von staatlichen Einrichtungen und politischen Parteien bleibt.
  • dass RespAct um eine online Betroffenenberatung ergänzt wird, um mehr Ratsuchende niederschwellig in Niedersachsen zu erreichen.

Lavo Beschluss 02.06.2020