Equal Pay Day: Lohngerechtigkeit schaffen!

GRÜNE fordern Nachbesserungen beim Entgelttransparenzgesetz

„Noch immer gibt es keine Lohngleichheit. Das ist eine klare Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt”, sagt Anne Kura, Landesvorsitzende der GRÜNEN Niedersachsen. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, in Niedersachsen sind es sogar 21,8 Prozent. Selbst bei gleicher Arbeit verdienen Frauen über sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. „In den letzten zwölf Jahren ist die Einkommenslücke nur um zwei Prozent gesunken. Wenn das in diesem Tempo weitergeht, werden wir die Lohngleichheit nicht mehr erleben.” Die GRÜNEN fordern deshalb Nachbesserungen beim Entgelttransparenzgesetz, das seit Mitte 2017 in Kraft ist. „Das Entgelttransparenzgesetz ist ein zahnloser Tiger. Es fehlen wirksame Sanktionen, die Ausweitung auf kleinere Unternehmen und ein Verbandsklagerecht”, so Kura.

Die niedersächsischen GRÜNEN fordern darüber hinaus auch, für eine bessere Bezahlung in den Berufen zu sorgen, in denen überwiegend Frauen arbeiten. „Diese Berufe sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Dazu zählen Erzieher*innen, Grundschullehrer*innen, Alten- und Krankenpfleger*innen. Diese Arbeit sichert den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, die muss uns mehr wert sein. Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst ging hier in die richtige Richtung”, sagt Kura.

Nadja Weippert, die frauen- und genderpolitische Sprecherin des Landesverbands, sagt: „Auch der Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung führt nicht automatisch dazu, dass Ungleichheiten abgebaut werden. Aktuelle Studien weisen sogar darauf hin, dass Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen gerade in hochqualifizierten und bereits stark digitalisierten Branchen wie der IT-Technik besonders stark ausgeprägt sind. Damit auch Frauen vom digitalen Wandel profitieren, wird es entscheidend sein, Geschlechterdiskriminierung aus dem analogen Zeitalter abzubauen, den Einstieg von jungen Frauen in bereits gut bezahlte Branchen zu fördern und den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.“

Hintergrund:

Der Equal-Pay-Day am 18. März bezeichnet den Tag, an dem die Männer erst anfangen müssten zu arbeiten, um Ende des Jahres dennoch das gleiche Gehalt zu bekommen wie Frauen. Oder anders ausgedrückt: Frauen verdienen im Durchschnitt 16,59 Euro pro Stunde und Männer 21 Euro. Auf das Jahr gerechnet müssten Frauen demnach rund zweieinhalb Monate länger arbeiten als Männer, um das gleiche Gehalt zu bekommen. Ein Grund dafür ist, dass nach wie vor schlecht bezahlte Berufe noch immer Frauensache sind. Der sogenannte Gender Pay Gap, das Einkommensgefälle beim durchschnittlichen Bruttostundenlohn zwischen Männern und Frauen, beträgt noch immer rund 21 Prozent.