Bündnis 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen

Den Umwelt- und Naturschutz wieder beleben!

Unter der schwarz-gelben Landesregierung wurde der Umwelt- und Naturschutz zur Abraumhalde für Nutzerinteressen. Die Folgen sind fatal: 50 Prozent der heimischen Tier- und Pflanzenarten stehen in Niedersachsen auf der Roten Liste. Nicht nachwachsende Naturgüter wie die Bodenschätze Torf, Kies und Sand werden nach wie vor in völlig unverträglichem Umfang ausgebeutet. Hauptursache für den Schwund seltener Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume ist neben dem massiven Flächenverbrauch durch Siedlungsentwicklung und Straßenbau insbesondere die intensive Land- und Forstwirtschaft.

Daher muss es uns gelingen, neben dem effizienten Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten auch eine ökologisch verträgliche Nutzung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft umzusetzen. Unser Ziel ist die Schaffung eines harmonischen Miteinanders von Natur- und nachhaltig und ökologisch bewirtschafteten Kulturlandschaften.

Schutzgebiete und Biotopverbundsysteme konsequent umbauen

Schutzgebiete und Biotopverbundsysteme konsequent umbauen

Niedersachsen muss die internationalen Verpflichtungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt endlich umsetzen. Auf 15 Prozent der Landesfläche wollen wir dafür ein Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem etablieren, in dem die Natur Vorrang vor menschlichen Nutzungsinteressen hat. Die Ausweisung von Schutzgebieten, insbesondere zur Umsetzung der Natura-2000-Richtlinie, muss vorangetrieben werden, um für diese wertvollen Gebiete einen effizienten und dauerhaften Schutz zu gewährleisten.

Grundlage für einen starken Naturschutz ist ein neues Naturschutzgesetz für Niedersachsen, das seinen Namen verdient: Das unter Schwarz-Gelb gerupfte Verbandsklagerecht ist zu stärken und weitere Biotope, wie Alleen oder Feldhecken, sind unter gesetzlichen Schutz zu stellen. Das notwendige Grünland-Umbruchverbot werden wir insbesondere auf grundwassernahen Standorten und in Moorbereichen konsequent umsetzen. Das seit 1987 in Niedersachsen nicht fortgeschriebene Landschaftsprogramm, in dem die Zielsetzungen des Naturschutzes auf Landesebene dargelegt werden, wollen wir im Rahmen einer Landesstrategie für Biologische Vielfalt neu fassen und den aktuellen Entwicklungen anpassen.

Kein Ablasshandel beim Naturschutz

Kein Ablasshandel beim Naturschutz

Wir treten nachdrücklich für die konsequente Anwendung der Eingriffsregelung bei Überplanungen der Landschaft ein. Ausgleichsmaßnahmen dürfen nicht zum Ablasshandel verkommen.

Ökokonten und Flächenpools müssen einen adäquaten und dauerhaften Ausgleich für die tatsächliche Zerstörung der Natur schaffen. Sie sollen landesweit erfasst werden und öffentlich zugänglich sein. Vorrang muss die Schaffung neuer, möglichst großflächiger Biotope haben. Mit einem öffentlich zugänglichen Ausgleichsflächen-Kataster wollen wir verhindern, dass ökologisch wertvolle Flächen mehrfach als Ausgleich angegeben werden. Die Kontrolle kann nur mit einer ausreichenden Personaldecke in den Naturschutzbehörden geleistet werden.

Wald ist mehr als lauter Bäume

Wald ist mehr als lauter Bäume

In den Forsten wollen wir uns für einen konsequenten Umbau der Nadelholz-Monokulturen in standortgerechte, naturnahe Laub-Mischwälder einsetzen. Standortgerechte Mischwälder sind ökologischer und trotzen den häufiger werdenden Wetter-Extremen wie Stürmen und Trockenheit deutlich besser als Nadelholz-Monokulturen. Zur Umsetzung der Ziele der nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt wollen wir im Bereich der Landesforsten zehn Prozent der Waldflächen der natürlichen Entwicklung überlassen. Einen Ausverkauf öffentlicher Waldflächen oder eine Privatisierung der Landesforsten lehnen wir ab.

Naturnahe Wälder haben nicht nur eine besondere Bedeutung für Tier- und Pflanzenarten und für unser Klima, sondern auch als Erholungsraum für den Menschen.

Die Holzeinschläge in den Landesforsten werden wir wieder auf ein ökologisch verträgliches und schonendes Maß reduzieren. Alle Landesforsten sollen künftig nach hohen ökologischen Standards einer nachhaltigen Forstwirtschaft bewirtschaftet und zertifiziert werden. Landes-Subventionen in der Forstwirtschaft werden wir an strenge ökologische Kriterien binden.

Wir unterstützen die Erhaltung von Alt- und Totholz im Wald. Pflanzenschutz und Düngemittel sollen nur in Ausnahmesituationen eingesetzt werden. Gentechnik im Wald muss verboten werden.

Jagd verantwortungsvoll gestalten

Jagd verantwortungsvoll gestalten

Die Jagd muss sich an ökologischen Prinzipien und den Erfordernissen des Tierschutzes ausrichten. Die Jagd auf wild lebende Tiere ist nur dann zuzulassen, wenn sie ökologisch verträglich ist und die getöteten Tiere verwertet werden. Tiere, die in ihrem Bestand gefährdet sind, dürfen nicht bejagt werden. Wir wollen die Jagdzeiten ebenso wie die Liste der jagdbaren Arten verkürzen. Den Abschuss von Haustieren sowie den Einsatz von Fallen lehnen wir ab. Wir setzen uns für ein Verbot von bleihaltiger Munition ein, um die Vergiftung von Greifvögeln und der Umwelt allgemein zu reduzieren.

In Schutzgebieten, einschließlich Natura-2000-Gebieten, soll die Jagd nur dann zulässig sein, wenn sie zur Erreichung der Schutzziele erforderlich ist. Es kann nicht angehen, dass selbst in Vogelschutzgebieten, die ausdrücklich dem Schutz nordischer Gänse dienen, die Jagd auf diese Arten ausgeübt werden darf! Zudem wollen wir die generelle Einstellung der Jagd auf Zugvögel in Niedersachsen.

Unser Trinkwasser muss sauber bleiben

Unser Trinkwasser muss sauber bleiben

Wir GRÜNE sehen die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht nur als eine europäische Pflichtaufgabe an. Wenn die Umsetzung sinnvoll betrieben wird, werden dabei gleichzeitig Verbesserungen beim Hochwasser- und Naturschutz erreicht. Für diese Generationenaufgabe haben die Länder seit dem Inkrafttreten der Richtlinie Ende 2000 maximal 27 Jahre Zeit. Elf Jahre sind bereits vergangen, ohne dass bisher durchgreifende Verbesserungen erkennbar sind. Hier hat die CDU/FDP-Landesregierung in den vergangenen Jahren deutlich zu wenig unternommen.

In Niedersachsen ist mehr als die Hälfte des Grundwassers – besonders in den Massentierhaltungsregionen – so stark belastet, dass Handlungsbedarf besteht. Nitrat-Grenzwerte werden überschritten. Krankheitserreger und Pestizide landen in Lebensmitteln. Phosphate, Arzneimittelrückstände und Gülle verseuchen Bäche und Gewässer. Der Binnensee Dümmer kippt bereits regelmäßig durch die großen eingeleiteten Güllemengen um, wodurch es zu massiven Fischsterben kommt. Wir GRÜNE setzen beim Trinkwasser- und Gewässerschutz daher an den Ursachen an.

Schwarz-Gelb hat in Niedersachsen die durch das Bundesnaturschutzgesetz vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen abgeschafft. Wir wollen die Umsetzung einer „guten fachlichen Praxis“ bei der Landbewirtschaftung im Sinne des Grundwasserschutzes. Das bedeutet in der Regel flächendeckende Reduzierung des Dünger- und Pestizid-Einsatzes. Wir werden Gewässerrandstreifen wieder einführen und streben an, die Einnahmen aus der Wasserentnahmegebühr gezielt für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers einzusetzen. Die Ausweisung von Wasserschutzgebieten muss wieder aufgenommen und eine messbare Reduzierung der Schadstoffeinträge erreicht werden. Wir erteilen jeder Form der Privatisierung unseres Lebenselixiers Wasser eine Absage.

Lebendige Gewässer – Versalzung stoppen!

Lebendige Gewässer – Versalzung stoppen!

Wir GRÜNE wollen den Natur- und Hochwasserschutz an Gewässern verbessern und den Flüssen grundsätzlich mehr Raum geben. Dazu gehören – wo dies sinnvoll ist – auch die Rückverlegung von Deichen und ein Neubauverbot in Überschwemmungsgebieten. Fließgewässer sind einschließlich ihrer Auen und Altarme zu erhalten oder zu renaturieren. Die Unterhaltung von Flüssen, Bächen und Gräben muss sich verstärkt an ökologischen Kriterien orientieren. Entsprechende Maßnahmen sind ein Beitrag zum Natur- und Artenschutz – und sie vermindern die Pegelstände bei Hochwasser.

Die massive Versalzung der Weser durch das Unternehmen K+S wollen wir so schnell wie möglich beenden. Einer Pipeline an die Oberweser und anderen dauerhaften Salzeinleitungen werden wir unseren entschiedenen Widerstand entgegenstellen. Unser Ziel ist die umgehende Beendigung jeglicher Salzeinleitung in Werra und Weser, indem die Abwässer der Salzgewinnung in Nordhessen und Thüringen per Pipeline direkt in die Nordsee abgeleitet werden. Die Untätigkeit der Landesregierung für eine saubere Weser werden wir beenden. Die Weser, aber auch die anderen Flüsse, dürfen nicht weiter als Abwasserkanal für Industrieabfälle missbraucht werden. 

Moore flächendeckend schützen

Moore flächendeckend schützen

Moore sind ein wertvoller Bestandteil unserer niedersächsischen Landschaft. Knapp 4500 Quadratkilometer Hoch- und Niedermoor sind wichtige natürliche Speicher für Klimakiller, vor allem CO2 und Methan. Für großflächigen Torfabbau und intensive landwirtschaftliche Nutzung wurden unsere Moore fast vollständig entwässert. Dadurch werden die zum Teil seit Jahrtausenden im Moor gespeicherten Treibhausgase wieder freigesetzt: Fast zwölf Prozent der jährlichen CO2-Emissionen in Niedersachsen stammen aus entwässerten Mooren. Das ist fast so viel wie der gesamte Verkehrsbereich verursacht (15 Prozent). Daher ist es unverantwortlich, weitere Moore dem Bagger der Torfindustrie zu opfern oder intensive Mais-Monokulturen auf Moorstandorten anzubauen, wie es von der schwarz-gelben Landesregierung zugelassen wird.

Wir GRÜNE wollen den Torfabbau in Niedersachsen beenden und dafür vorgesehene Flächen aus dem Landesraumordnungsprogramm streichen. Statt künstlicher CO2-Speicher für CCS wollen wir mit einem Großschutzgebiet „Niedersächsische Moorlandschaft“ die letzten erhaltenen fünf Prozent der niedersächsischen Moore schützen und weitere Bereiche wiedervernässen. Das ist ein kostengünstiger und effektiver Klima- und Naturschutz. Torffreien Gartenbau und Alternativprodukte wollen wir fördern. Als ersten Schritt soll das Land als Auftraggeber auf den Einsatz von Torf komplett verzichten.

Boden gutmachen – Flächenversiegelung begrenzen

Boden gutmachen – Flächenversiegelung begrenzen

Wir treten für eine massive Reduzierung des Flächenverbrauchs durch Versiegelung ein. Um das bundesweite Ziel zu erreichen, den Verbrauch durch Versiegelung bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen, bedarf es ökonomischer Anreize zum Flächensparen und zum Flächenrecycling.

Ein weiteres Zerschneiden der Landschaft, das ebenfalls mit weiteren Flächenversiegelungen einhergeht, wie durch Autobahn-Neubauten (z. B. A 39, A 20 und A 33), wollen wir verhindern. Wanderungshindernisse für unsere heimischen Tierarten in Form von bestehenden Bundesstraßen, Schienensträngen und Autobahnen werden wir durch Querungshilfen wie Grünbrücken entschärfen.

Landesraumordnungsprogramm

Landesraumordnungsprogramm

Mit dem Landesraumordnungsprogramm (LROP) wollen wir die künftige Siedlungspolitik steuern und sie am tatsächlichen Bedarf und der vorhandenen Infrastruktur ausrichten. Solche Planungen vermeiden Verkehr, schonen die Umwelt und sparen Steuergelder. Wir sind gegen Zersiedlung und unnötigen Bodenabbau. Nur landesweit oder in größeren Regionen lassen sich wichtige Freiräume sowie Erholungs- und Naturschutzzonen bewahren. Damit kann die Landesraumordnung auch den Klimawandel begrenzen helfen. Das Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem, welches 15 Prozent der Landesfläche einnehmen soll, werden wir im LROP als Vorrangflächen für den Naturschutz festlegen. Zu diesen Vorrangflächen gehören neben Mooren auch die bestehenden Schutzgebiete und die Natura-2000-Gebiete. Auch der Vorrang für Erdverkabelung bei neuen Stromtrassen muss in der Raumordnung festgeschrieben werden.

Kein Gift in die Erde: CCS und Fracking stoppen!

Kein Gift in die Erde: CCS und Fracking stoppen!

Das energieaufwändige Verfahren des Abscheidens des Klimagases CO2 von konventionellen Kraftwerken in die Erde lehnen wir aus ökologischen und ökonomischen Gründen ab. Wir wollen kein „Greenwashing“ von dreckigen Kohlekraftwerken, sondern die Energiewende für eine saubere Zukunft. Daher darf Niedersachsen nicht zum CO2-Endlager werden. Wir fordern deshalb, im Bergrecht die Raumordnung dreidimensional zu gestalten, um eine Handhabung für das Verbot von Fracking und CCS unter Tage zu erhalten.

Angesichts des Hungers der Energiekonzerne nach den letzten Reserven fossiler Energien wird in Niedersachsen das umstrittene „Fracking“ (Hydraulic fracturing) eingesetzt, um besonders klimaschädliches unkonventionelles Erdgas zu erschließen. Dabei werden giftige und krebserregende Chemikalien verwendet, die die AnwohnerInnen und das Grundwasser erheblich beeinträchtigen können. Dieses unökologische und energieintensive Verfahren der Gasgewinnung ist eine Gefahr für die Umwelt und eine Klimabelastung. Aus diesen Gründen lehnen wir GRÜNE das Fracking zur unkonventionellen Gasförderung ab. (Siehe: Beschluss Fracking)

Niedersachsen braucht eine starke und kompetente Umweltverwaltung

Niedersachsen braucht eine starke und kompetente Umweltverwaltung

Die niedersächsische Umweltverwaltung hat nach neun Jahren CDU/FDP-Klientelpolitik die am schlechtesten organisierte und teuerste Struktur in ganz Deutschland. Das wird auch vom Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung festgestellt. Die Klientelinteressen bestimmter Gruppen behindern ein Umsetzen der notwendigen Klima-, Naturschutz- und Umweltziele von EU, Bund und selbst des Landes. Unter Ex-Umweltminister Sander und seinem Staatssekretär und Nachfolger Birkner ist Naturschutz zur Lach- und Nullnummer degradiert worden. Der jahrelange Abbau und die Verhinderung einer effektiven Natur- und Umweltschutzverwaltung durch die schwarz-gelbe Landesregierung hat schweren Schaden für das Land angerichtet.

Daher ist die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit einer effizienten Verwaltung im Sinne von Umwelt und Naturschutz eine Kernaufgabe einer neuen Landesregierung mit grüner Beteiligung! Für eine ambitionierte Umweltpolitik wollen wir wieder eine Fachbehörde für Umwelt- und Naturschutz (ehemals NLÖ) aufbauen.

Das Gegenspiel von wirtschaftlichen Interessen, Landwirtschaft und Naturschutz muss aufhören. Dazu wollen wir Naturschutz, Agrarumweltmaßnahmen und Flächenpolitik stärker miteinander verzahnen. Hierzu sind die Umweltprogramme für LandwirtInnen zu einer echten Einkommensalternative auszubauen und an wirksame ökologische Leistungen zu koppeln. Hierfür bedarf es personell und finanziell ausreichend ausgestatteter Naturschutzbehörden auf allen Ebenen. Insbesondere die Kartierung bedrohter Arten und die Fortschreibung von Umwelt-Indikatoren muss für eine zielgerichtete Naturschutzpolitik wieder aufgenommen werden.

Flurbereinigungen sollen verstärkt der Natur und Umwelt zugutekommen, so zum Beispiel für die Ausdeichung von Überschwemmungsgebieten oder die Wiedervernässung von Mooren. Auf neue Flurbereinigungsverfahren zum Nutzen der Agrarindustrie und auf den asphaltierten Ausbau von Feldwegen mit EU-Fördergeldern wollen wir hingegen verzichten.

Kommunen entlasten – Bürokratie abbauen

Kommunen entlasten – Bürokratie abbauen

Zur Entlastung der Kommunen wollen wir – wie vom Landesrechnungshof gefordert – die Pflege, Ausweisung und Vernetzung von Natura-2000-Gebieten sowie die Umsetzung der Biodiversitäts-Strategie wieder zur Landesaufgabe machen und Doppelstrukturen vermeiden. 

Kommunale Naturschutzbehörden und Naturschutzverbände wurden von Schwarz-Gelb gegängelt und mit Bürokratie überzogen. Naturschutzmaßnahmen müssen auf privaten Flächen wieder ohne aufwändige Voranmeldung möglich sein. Im Niedersächsischen Naturschutzgesetz wollen wir wieder mehr BürgerInnen- und Verbändebeteiligung sicherstellen, um bereits im Vorfeld Sinnvolles für die Natur zu erreichen, bevor es zu juristischen Auseinandersetzungen kommt. Denn die Kompetenz der BürgerInnen sowie der Umweltverbände und anderer Nutzergruppen ist für uns alle wichtig und nützlich.

Umweltverbände stärken

Umweltverbände stärken

Zur Wahrnehmung der örtlichen Naturschutzbelange wollen wir Biologische Stationen und Landschaftspflegeverbände in den verschiedenen Naturräumen Niedersachsens etablieren. Neben der Lenkung und Information der BesucherInnen sollen die MitarbeiterInnen auch für die Begleitung und Umsetzung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in den Schutzgebieten verantwortlich sein.

Die Arbeit der Umwelt- und Naturschutzverbände muss vom Land wieder finanziell abgesichert werden. Das betrifft auch die Arbeit von Bürgerinitiativen, die sich mit Stellungnahmen in Planungs- und Genehmigungsverfahren beteiligen. Wir GRÜNE wollen mehr BürgerInnen-Beteiligung, um den Sachverstand, die Erfahrungen und die Interessen der BürgerInnen vor Ort frühzeitig in die Gestaltung der regionalen Lebensräume einfließen zu lassen.

Abfall – Gemeinwohl vor Geschäftsinteresse

Abfall – Gemeinwohl vor Geschäftsinteresse

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Abfälle vorrangig vermieden, wiederverwendet oder hochrangig verwertet (recycelt) werden. In der Abfallwirtschaft setzen wir uns konsequent für das Primat des Gemeinwohls ein. Einen Zwang zur Privatisierung und das „Rosinenpicken“ von Privatunternehmen etwa beim Altpapier lehnen wir ab. Die Kommunen müssen weiter selbst entscheiden können, wie sie ihre Daseinsvorsorge anhand hoher ökologischer und sozialer Standards organisieren wollen. Für uns GRÜNE ist Müll keine Ware wie jede andere. Zu einer verantwortungsbewussten Umweltpolitik gehören die ständige Reduzierung giftiger Stoffe und die Sanierung von Altlasten.

Gesundheitlicher Umweltschutz

Gesundheitlicher Umweltschutz

Schadstoffe in Boden, Luft und Wasser beeinträchtigen die Gesundheit und sind Ursache für Krankheiten. Ebenso kann auch Lärm krank machen und die Lebensqualität beeinträchtigen. Sowohl die Feinstaub- als auch die Lärmbelastung müssen nach den EU-Vorgaben gesenkt werden. Wir setzen uns für Lärmminderung und umfangreiche Messprogramme ein, um die Belastung durch krebserregende Stoffe wie Dioxin zu reduzieren. Gesundheitsschutz hat für uns oberste Priorität. Das Ziel der Reduzierung von Giften und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen darf nicht mehr wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Wir setzen hier klar auf das Vorsorgeprinzip und die Herstellerverantwortung zum Nachweis der Ungefährlichkeit.

Meeresschutz

Meeresschutz

Niedersachsen mit seiner Küste steht in der besonderen Verpflichtung einen aktiven Meeresschutz voranzubringen. Dazu ist ein Leitbild für die künftige Entwicklung von Industrie- und Hafenwirtschaft, von Tourismus und Landwirtschaft zu entwickeln, das den Schutz des Wattenmeeres mit seinem Nationalpark sicherstellt, aber auch über die Zwölf-Seemeilen-Zone hinaus den Schutz der Meeresumwelt voranbringt. Das Land muss stärker als bisher auf den sicheren Betrieb der Offshore-Stromproduktion und der Stromtrassen Einfluss nehmen. Es gilt, die ökologische Nachhaltigkeit als Grundlage des Tourismus an der Küste nicht zu gefährden. Auch für den Meeresschutz ist eine konsequente Umsetzung der Anforderungen der Wasser-Rahmenrichtlinie (WRRL) im Binnenland und in den Küstengewässern notwendig. Die Förderung der Küstenfischerei aus dem Europäischen Fischereifonds ist für eine nachhaltige, ökologische Fischerei einzusetzen. Erzeugerzusammenschlüsse etwa der Krabbenfischer für existenzsichernde Preise unterstützen wir.

Weltnaturerbe Wattenmeer weiterentwickeln

Weltnaturerbe Wattenmeer weiterentwickeln

Die Anerkennung des Wattenmeeres als Unesco-Weltnaturerbe ist Auszeichnung und Aufgabe zugleich. Die Schutzbestimmungen des Nationalparks sind konsequent umzusetzen und so weiterzuentwickeln, dass der Nationalpark Wattenmeer den internationalen Kriterien für Nationalparks entspricht. Ölförderung im Wattenmeer lehnen wir ab. Wir brauchen mehr hauptamtliche Nationalpark-BetreuerInnen, um vor Ort auf die Schönheit und die Empfindlichkeit dieses Naturraums hinzuweisen und um die Schutzbestimmungen auch durchzusetzen. Hier ist die schwarz-gelbe Landesregierung in den vergangenen zehn Jahren nicht einen Schritt vorangekommen.

Im Nationalpark Harz Wildnis erlebbar machen

Im Nationalpark Harz Wildnis erlebbar machen

Wir GRÜNE wollen die von Jagd- und Forstwirtschaft freien Kernzonen des Nationalparks Harz sinnvoll erweitern und mehr Wildnis zulassen. Wir wollen naturverträglichen Tourismus und keine künstlichen Schneekanonen an allen Hängen. Wir setzen uns für die Abschaffung von Doppelstrukturen in der gemeinsamen Nationalparkverwaltung der Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ein. Hierfür muss es künftig klare Verantwortlichkeiten geben und Mehrfachzuständigkeiten müssen ausgeschlossen werden.

Engagement junger Menschen für die Natur fördern

Engagement junger Menschen für die Natur fördern

Wir wollen, dass Kinder frühzeitig und praktisch an Natur und Umwelt herangeführt werden, wie dies zum Beispiel Waldkindergärten erfolgreich vormachen. In Niedersachsen möchten wir die „Bildung für Nachhaltigkeit“ von der Kita bis zur Hochschule mit Leben füllen. Außerdem wollen wir außerschulische Projekte der Umweltpädagogik ausbauen und gezielter fördern. Wir unterstützen die Qualifizierung und Zertifizierung der Umweltbildung zur Nachhaltigkeit und wollen Umweltzentren unseres Landes stärker fördern. Für das Engagement junger Menschen wollen wir insgesamt mehr FÖJ-Stellen (Freiwilliges Ökologisches Jahr) durch das Land ermöglichen.

Termine

Juli 2017