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GRÜNE Wurzeln
1968 tritt die Außerparlamentarische Opposition in West-Deutschland an, um den Mief der Adenauer-Ära zu beseitigen, die Aufarbeitung der Verbrechen des Naziregimes einzufordern und bisher nicht zugelassene kulturelle Bedürfnisse zu entfalten. In der Folge des politischen und auch kulturellen Rucks von 1968 entwickeln sich Anfang der siebziger Jahre die Neuen Sozialen Bewegungen - die Ökologie- und Anti-Atom-Bewegung, die Frauen-, Alternativ-, Friedens- und Dritte-Welt-Bewegung. Zwischen Bürgerinitiativen und K-Gruppen (Kommunistische Gruppen), zwischen "Autoritären" und "Anti-Autoritären", zwischen Spontis und Militanten entwickelt sich ein buntes Spektrum an politischen Gruppierungen, die bei aller Verschiedenheit aber eins einte: Das Aufbegehren gegen die etablierte westdeutsche Gesellschaft.

Dieses Aufbegehren einte zumindest so weit, dass sich viele Akteure dieses politischen Protests, 1980 in einer Partei zusammenschließen, die sich ganz klar vom Etablierten absetzte: DIE GRÜNEN. Während viele Akteure dieses politischen Protestes der außerparlamentarischen Arbeit bewusst treu bleiben, versprechen sich die GründerInnen der GRÜNEN mittlerweile eine Stärkung alternativer Politik durch parlamentarische Arbeit.

Allerdings darf darüber nicht verkannt werden, dass die, die sich da zusammenschließn, Menschen unterschiedlichster politischer Herkunft sind - von konservativen Bio-Bauern und Ex-CDU-MdBs (Mitglieder des deutschen Bundestages) bis zu Ex-K-Gruppen-Aktivisten. Und so nimmt es nicht Wunder, dass die ersten Jahre von großen internen Auseinandersetzungen geprägt sind in deren Verlauf viele aus der Partei wieder austreten, sich viele andere aber auch politisch aufeinander zu bewegen. Dieser "Homogenisierungsprozess", wie ihn die westdeutschen GRÜNEN bis etwa 1990/91 durchmachen, scheint jeder neugegründeten Partei bevorzustehen. Die Gefahr des Scheiterns, die Gefahr einer zwischenzeitlichen Wahlniederlage aufgrund von "Zerstrittenheit" ist dabei immer groß.

Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die Auseinandersetzungen in den ostdeutschen Landesverbänden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in einem ganz anderen Licht. Sie sind nicht der Ausdruck davon, dass dort zusammen kam, was nicht zusammengehört, sondern Ausdruck notwendiger Klärungsprozesse, die nach einem politischen Umbruch wie in Ostdeutschland kaum zu vermeiden sind.

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