GRÜNE Vorgänger
Niedersachsen ist in gewisser Hinsicht "GRÜNES Stammland", da hier einige Vorgänger- organisationen und Parteien der GRÜNEN aktiv waren. Hier wird im Mai 1977 die Umweltschutzpartei Niedersachsen (USP) gegründet, die sich noch im 1977 zur GRÜNEN Liste Umweltschutz (GLU) fortentwickelt. Hier bilden sich nach Schleswig-Holstein die ersten grünen Listen auf lokaler Ebene. Bei vorgezogenen Kreistagswahlen im Oktober 1977 kandidiert die "Grüne Liste Umweltschutz" in Hildesheim und die "Wählergemeinschaft Atomkraft - Nein Danke" in Hameln. Die GLU kandidiert bereits 1978 zur Landtagswahl und erhält 3,8% der Stimmen und beteiligte sich zusammen mit den in Niedersachsen aktiven Organisationen Grüne Aktion Zukunft (GAZ) und Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD) an der "Sonstigen Politischen Vereinigung DIE GRÜNEN" (SPV) zur Europawahl 1979. Bereits vor der Gründung der grünen Bundespartei wird 1979 in Niedersachsen ein Landesverband der GRÜNEN gegründet.
Bei diesen GRÜNEN Vorgängern ist eines auffällig: Die ersten Kreisverbände werden auf dem Land gegründet. Sind die GRÜNEN sowohl von ihrer Mitgliedschaft als auch von ihrer WählerInnenschaft her heute vorwiegend eine Großstadtpartei, so entwickelt sich der niedersächsische Landesverband anfangs durchaus auch auf dem Land. Und das hat Konsequenzen: Hier wird der Realo-Fundi-Streit nicht so akademisch-vehement ausgetragen. Der grüne Landesverband gilt als wenig strömungsorientiert, als "bürgerlich-solide".
Rotation Bei "GRÜNS"
Ursprünglich sollen alle grünen Landtagsabgeordneten alle 2 Jahre ausgetauscht werden. Doch bereits die erste Landtagsfraktion rotiert nach 2 Jahren nur halb, und mittlerweile ist eine Rotation während einer Legislaturperiode überhaupt nicht mehr vorgesehen.
Ab 1995 gilt, dass sich Landtagsabgeordnete nur für 2 Legislaturperioden - also für 10 Jahre – zur Wahl aufstellen lassen können. Für eine dritte Wahl brauchten sie eine 2/3-Mehrheit der Landesdelegiertenkonferenz.
Seit 2005 ist die Rotation durch eine Neuenquote ersetzt. Diese stellt sicher, dass mindestens 1/3 der Grünen Abgeordneten noch nie vorher in dem zu wählenden Paralament gesessen haben.
Quotierung und GRÜNE Frauen
DIE GRÜNEN sind von Anfang an Vorreiter, was die Stärkung von Rechten und Interessen von Frauen betraf. Zunächst wird mit einer Soll-Vorschrift versucht, den Frauen mehr politische Präsenz in politischen Ämtern zu verschaffen. Da dies aber noch nicht zum erhofften vollen Erfolg führt, räumt das 1986 verabschiedete Frauenstatut den Frauen "die Hälfte der Macht" ein. Seither sind alle Parteiorgane zu mindestens 50% mit Frauen zu besetzen, die Listen für Parlamentswahlen werden wechselnd mit Frauen und Männern besetzt, wobei der erste Platz immer einer Frau vorbehalten ist.
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