
Atomkraft: Schluss jetzt!
100.000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen schwarz-gelbe Atompolitik – Regierungsviertel umzingelt
"Atomkraft: Schluss jetzt!" – Unter diesem Motto haben heute (Samstag) in Berlin 100.000 Menschen gegen die unverantwortliche Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung demonstriert. Mit einer Menschenkette umstellten sie das Regierungsviertel und zeigten so ihre Wut über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke, über weiter wachsende strahlende Müllberge und über die faulen Deals mit der Atomlobby, bei denen Sicherheit gegen Geld verdealt werden soll.
"Wir freuen uns, dass so viele Menschen gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg auf die Straße gehen. Das ist die rote Karte an eine Bundesregierung, die sich die Leitlinien ihrer Energiepolitik von den großen Stromkonzernen diktieren lässt", sagte Anja Piel, Landesvorsitzende der niedersächsischen Grünen. Vielen Menschen in Deutschland habe der rot-grün vereinbarte Atomkonsens schon nicht weit genug gereicht, den Ausstieg auf den Sankt Nimmerleinstag zu verlegen sei eine Kampfansage an die AtomkraftgegnerInnen. Statt konsequent die erneuerbaren Energien zu fördern, habe die Regierung den Weg frei gemacht für teuer subventionierten Strom aus längst abgeschriebenen Meilern, der jetzt weitere 14 Jahre die Netze für die Erneuerbaren blockiert.
Angesichts zunehmender Risiken beim Weiterbetrieb veralteter Reaktoren und der nicht gelösten Frage der sicheren Lagerung des hochverstrahlten Mülls werde der Widerstand der Anti-Atom-Bewegung weiter wachsen. Die Menschenkette in Berlin sei nur der Auftakt für einen heißen Herbst, der im November in den vielfältigen Protesten gegen den Castor-Transport gipfeln werde. "Herr Röttgen will uns die Atomkraft als Brückentechnologie verkaufen. Aber über diese marode und lebensgefährliche Brücke werden wir nicht gehen", so Anja Piel. "Wir wollen die Atomkraftwerke abschalten und wir wollen Gorleben stoppen!"