Frauen
PM Nr.5 vom 05.03.2010

Armut ist weiblich – Frauenarmut bekämpfen!


Grüne fordern Systemwechsel in der Besteuerung von Einkommen

"Armut hat in Deutschland ein Geschlecht", erklärte Stefanie Henneke, niedersächsische Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN das grüne Motto "Armut ist weiblich – Frauenarmut bekämpfen!" zum Internationalen Frauentag am 8. März heute (Freitag) in Hannover. Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig im Niedriglohnsektor, haben durch Familienzeiten brüchigere Erwerbsbiographien und werden schlechter bezahlt. Oftmals haben Frauen keine eigenständige Absicherung, die sie vor Armut durch Arbeitslosigkeit und vor Armut im Alter schützt.

"Drei Maßnahmen können das Armutsrisiko von Frauen wirksam mindern und ihnen eine eigenständige Existenzsicherung schaffen: wir brauchen den Ausbau der Kinderbetreuung, die Abschaffung des Ehegattensplittings und einen gesetzlichen Mindestlohn", forderte die Co-Vorsitzende Dorothea Steiner. "Wir müssen uns endlich verabschieden von einer Politik, die im Grunde immer noch das Alleinverdienermodell als zeitgemäß ansieht, auch wenn der Alltag das Gegenteil belegt. Wir fordern die Abschaffung des Ehegattensplittings, da es Frauen von der Beschäftigungsaufnahme abhält und niedrige Löhne bei Zuverdienerinnen subventioniert", erläuterte Steiner weiter. Durch entsprechende Mehreinnahmen bei den Einkommenssteuern könnte man den Ausbau bei der Kinderbetreuung finanzieren.

Darüber hinaus sei es höchste Zeit für einen gesetzlichen Mindestlohn, von dem vor allem die große Gruppe der Frauen im Niedriglohnsektor profitieren würde, so Henneke. "Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt sogar ein Viertel weniger für eine vergleichbare Tätigkeit als ihre männlichen Kollegen. Wir fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit", unterstrichen die Landesvorsitzenden ihre dritte Forderung.

© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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