
Verwirrspiel um Atomtransporte über Nordseehafen immer mysteriöser
Bundesregierung schickt nur halbe Antworten
Nach Einschätzung der Grünen-Abgeordneten und niedersächsischen Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl Brigitte Pothmer wird "das Verwirrspiel um mögliche Atomtransporte über Cuxhaven immer mysteriöser". Das heute (Dienstag) bei ihr eingegangene Schreiben der Bundesregierung sei nur eine "halbe Antwort" auf ihre Anfrage nach Transporten per Schiff und Lastwagen von Großbritannien nach Niedersachsen, sagte die Grünen-Politikerin. "Zwar wird vom Bundesumweltministerium bestätigt, dass ein Antrag auf Beförderung von plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für zwei Seeschifftransporte und vier Transporte per Lastkraftwagen vorliegt", über Cuxhaven sei aber angeblich nichts bekannt. "Irgendwo muss der Müll ja ans Land. Das bedeutet, dass es auch für Cuxhaven keine Entwarnung gibt; zumal dort ja schon unter dubiosen Umständen der Umgang mit dem radioaktiven Müll geprobt wurde", sagte Pothmer. Es müsse mit einem Transport durchs Wattenmeer gerechnet werden; anders könne man die in der Antwort der Bundesregierung betriebene "Verharmlosung" einer solchen Transportroute kaum interpretieren, befürchtet die Grüne.
Pothmer will jetzt mit einer weiteren Anfrage klären, wo die beiden beantragten Seeschifftransporte umgeschlagen werden sollen. Wenn nicht für Cuxhaven geplant werde, müsse ja mit Sicherheit ein anderer Nordseehafen betroffen sein.