Uni Hannover
PM Nr.21 vom 18.06.2009

Bologna geht auch anders!


Umsetzung des Bolognaprozesses führt in Niedersachsen zu Schmalspurstudium

Der Grüne Landesvorstand kritisiert zum 10. Jahrestag des Bolognaprozesses die Umsetzung der europäischen Studienreform in Niedersachsen: "Bologna sollte für einen Aufbruch und eine Europäisierung der Hochschullandschaft stehen. Herausgekommen ist bislang ein bildungspolitischer Irrweg. Statt neuer Chancen und internationaler Vergleichbarkeit bekamen die Studierenden ein verschultes und unflexibles Modell", bemängelte Dorothea Steiner, niedersächsische Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, am Donnerstag (heute) in Hannover.

"Ewiggestrige Pauk-Ideologen wie die schwarz-gelbe Landesregierung in Niedersachsen haben aus dem Bolognaprozess das gemacht, was sie mit allen Bereichen in der Bildungspolitik machen: Ein System, das offenes Lernen beschneidet und junge Menschen mit realitätsfremden Strukturen einengt", fügte Jan Haude, Mitglied des Landesvorstandes, hinzu.

Das Lernpensum wurde nicht entrümpelt, stattdessen werden die Studierenden mit permanentem Überprüfungsdruck gezwungen, starr Lerninhalte zu pauken. Dies führt dazu, dass immer weniger Studierende Zeit für ehrenamtliches Engagement und Auslandsaufenthalte haben. Eigentlich bleibt ihnen nicht einmal die Zeit, neben dem Studium zu Jobben, um Geld für die schwarz-gelben Studiengebühren zu verdienen.
"In Niedersachsen wurde der Bologna-Prozess für die Durchsetzung eines Schmalspurstudiums zweckentfremdet. Der Zugang zu Masterstudienplätzen ist reglementiert. So werden Studierende mit einem Bachelor-Abschluss auf den Arbeitsmarkt entlassen, der von vielen Arbeitgebern nicht in gleichem Maße anerkannt wird wie das frühere Diplom," schließt Dorothea Steiner.


© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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