Kohlekraftwerk
PM Nr.44 vom 05.12.2008

GRÜNE fordern Ende der Klimaheuchelei

 

Taten für den Klimaschutz statt billiger Imagekampagnen

"Die größten CO2-Verschmutzer in der Industrie wollen sich um ihren Beitrag zum Klimaschutz drücken und arbeiten aktiv daran, das EU-Klimapaket zu torpedieren", kritisiert Dorothea Steiner, niedersächsische Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Sie fordert anlässlich des globalen Klimaaktionstages am 06.12.2008 (Samstag): "Die Industrie muss Taten folgen lassen, anstatt sich hinter Imagekampagnen zu verstecken."

Einige große Industriekonzerne betreiben derzeit massive "Grünfärberei" mit großformatigen Zeitungsanzeigen und Werbung für vermeintliche Klimaschutzprogramme. Ausgerechnet der Energiekonzern Vattenfall, der mit seinen Kohlekraftwerken zu den großen CO2-Emmitenten gehört, betätigt sich als Vorreiter und sammelt über das Internet Unterschriften für eine sogenannte Klimaerklärung. "Die Heuchelei wird auf die Spitze getrieben mit der Behauptung, eine Unterschrift bei Vattenfall könne den Klimawandel stoppen." Mit dieser Unverfrorenheit würden die Tatsachen auf den Kopf gestellt werden, empört sich Steiner.

Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen, dass der CO2-Ausstoß der verarbeitenden Industrie seit Mitte der 1990er Jahre um über 20 Prozent angestiegen ist. "Vor diesem Hintergrund ist es aberwitzig, dass mit massivem Lobbyismus auf europäischer Ebene derzeit versucht wird, das Klimapaket zu entschärfen und gerade die energieintensiven Industrien mit Samthandschuhen anzufassen", stellt die GRÜNEN-Politikerin fest. "Ministerpräsident Wulff ist mit dabei, wenn er Ausnahmen beim CO2-Emissionsverkauf fordert." Damit sei sein Klimaschutzmäntelchen genauso so löchrig wie das von Vattenfall, kritisiert Steiner.


© BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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