Über die Arbeit der LAG:
Das Leitthema Energie ist in immer größerem Maße geprägt von einem Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit. In unserer Partei gibt es einerseits niemanden, der sich dem Klimaschutz versperren würde und sicherlich auch niemanden, der einem weiteren Ausbau der Atomenergie Vorschub leisten möchte. Und das gilt auch für den allergrößten Teil unserer Bürgerinnen und Bürger. Niemand bestreitet, dass ein weiterer Ausbau erneuerbarer Energie unabdingbar ist und der Energieverbrauch durch eine effizientere Nutzung gesenkt werden muss. Dezentrale Energiegewinnung ist hier von besonderer Bedeutung.
Andererseits mehren sich Entscheidungen gegen den weiteren Ausbau erneuerbarer Energie, die von unseren Vertreterinnen und Vertretern in den kommunalen Selbstverwaltungsgremien mitgetragen werden. Besonders trifft es hier die Biogas- und Biomasse- und die Windenergieanlagen sowie in zunehmendem Maße auch die Solarenergie in Form von größeren Vorhaben.
Wer kennt nicht die Situation, dass grundsätzlich ein Gemeinderat überhaupt keine Einwände gegen die erneuerbare Energie hat, nur vor der eigenen Haustür, im unmittelbaren Umfeld scheinen die Anlagen so zu stören, dass sie abgelehnt werden. Da wird nicht selten auf das Zugpferd der Off-Shore-Windenergienutzung verwiesen. Deutschland ist das Land mit den meisten Untersuchungen über die Auswirkungen von Windenergienutzung im Near- und Offshore-Bereich und hat bisher noch keine einzige Windenergieanlage in diesen Bereichen realisiert. Zwischenzeitlich haben aber die Nutzungsrechte die großen Player der Energiebranche wie E.ON , Shell, BP erworben.
Unsere heutigen vorindustriellen Landschaften sehen und verteidigen die meisten als Naturlandschaften und übersehen, dass sie eigentlich Kulturlandschaften sind. Die fachliche Diskussion, meist eine technische, und die gesellschaftliche Wahrnehmung wird von der Energie- und Klimaentwicklung überrollt. Der Umbau der Energieproduktion, der Energielandschaft wird nicht gestaltet, Energiewende bedeutet auch Mentalitätswende. Gefragt ist eine neue Form des Orts- und Landschaftsbildes, das die neue Kultur der Energie in einer Gesamtschau von rationeller Energienutzung, effizienter Energiebereitstellung, ressourcenschonendem Flächenverbrauch und qualitativ hochwertiger Gestaltung der Anlagen zum Ausdruck bringt.
Mit unserer Arbeit wollen wir einen Beitrag leisten, diese Gegensätze zu benennen, sie fachkundig zu analysieren und zu diskutieren, um Lösungen zu finden, damit die Hindernisse, die dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energie entgegenstehen, beseitigt werden. Fachliche Diskussionen stehen dabei ebenso voran wie der Austausch von Erfahrungen insbesondere mit gelungenen Beispielen von Umsetzungen unserer energiepolitischen Ziele auf kommunaler Ebene. Rekommunalisierung von Energieversorgung in Verbindung mit dem Auslaufen der Konzessionsverträge wird mittelfristig ein Schwerpunktthema unserer LAG sein.
Inhaltliche Überschneidungen sehen wir mit anderen LAGs, wie zum Beispiel mit der "Natur und Umwelt" oder "Landwirtschaft", mit denen gemeinsame Sitzungen zu bestimmten Fragestellungen stattfinden.
Die LAG Energie und Atom tagt in der Regel freitags von 15.30 bis 18.00 Uhr und ist offen für alle Interessierte, also auch Nicht(partei)mitgliedern.
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