Zeit zu handeln!


100 Prozent echte Unterrichtsversorgung in allen Schulen sicherstellen!


Schon seit Jahren reicht die Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen bei weitem nicht aus, um wenigstens den regulären Unterricht tatsächlich zu erteilen. 100 Prozent Unterrichtsversorgung ist derzeit nirgendwo gewährleistet. Für ausreichende Neueinstellungen stellt die Landesregierung aber kein Geld zur Verfügung.

Zum Schuljahr 2009/2010 verschärft sich die Situation zusätzlich, da Lehrerinnen und Lehrer in den vergangenen Jahren ihre Arbeitszeitkonten gefüllt haben und nun damit beginnen, diese abzubauen. Mit anderen Worten: es fehlen Lehrkräfte an allen Ecken und Enden. Statt eine breite Neueinstellungsoffensive zu starten, hat Kultusminsterin Heister-Neumann mit einem zusammengeschusterten Notfallplan versucht, die fehlenden Stunden zusammen zu bekommen. Dies versucht sie u.a. in dem Anträge auf Teilzeit nur noch in Ausnahmefällen genehmigt werden.

Das kann kein Weg sein, um die Qualität des Unterrichts an Niedersachsens Schulen zu verbessern.

Es muss mehr für guten Unterricht getan werden als ein Notfallplan, der noch nicht einmal funktioniert! Es müssen dauerhaft zusätzliche LehrerInnenstellen geschaffen werden, um jetzt die volle Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, und um in Zukunft endlich die Klassen verkleinern zu können.


Schulgesetznovelle zurücknehmen: Zwangs-Turbo-Abitur an Integrierten Gesamtschulen verhindern und Volle Halbtagsgrundschulen erhalten!


Die Schulgesetznovelle vom Juni 2009 hat in ganz Niedersachsen und parteiübergreifend Proteste ausgelöst. Im Fokus steht dabei zum einen die Auflösung der Vollen Halbtagsgrundschulen und zum anderen die Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren auch an den Integrierten Gesamtschulen.

Schulministerin Heister-Neumann will die erfolgreichen Vollen Halbtagsschulen abschaffen und zu Verlässlichen Grundschulen machen. Sie missachtet dabei nicht nur den Erfolg dieser Schulen, sondern auch den Willen der Eltern, diese Schulform zu erhalten. Wir fordern den Erhalt der Vollen Halbtagsgrundschulen und ihren bedarfsgerechten Ausbau zu Ganztagsschulen. Die Landesregierung verschanzt sich hinter einer rein finanziell motivierten Kritik des Landesrechnungshofes, dem die bessere Ausstattung der Vollen Halbtagsgrundschulen schon seit langem ein Dorn im Auge ist. Schulpolitik mit dem Rotstift ist aber schlechte Schulpolitik! Vor Ort, an den Standorten der Vollen Halbtagsgrundschulen, formiert sich parteiübergreifend der Protest gegen die Abschaffung. Auch Politikerinnen und Politiker der CDU und FDP machen mit – weil sie wissen, dass die Schulen gute Arbeit machen und beliebt sind. Bei der Umwandlung in Verlässliche Grundschulen bekämen die Vollen Halbtagsschulen deutlich weniger Lehrerstunden zugeteilt, die Qualität würde darunter massiv leiden. Unserer Auffassung nach sind die Vollen Halbtagsschulen Pioniere auf dem Weg in ein flächendeckendes Ganztagsschulangebot. Die Pläne der Landesregierung zur Abschaffung sind ein Affront gegen die gute Arbeit in den Schulen vor Ort, sie zeugen von bildungspolitischer Inkompetenz und mangelndem Demokratieverständnis der schwarz-gelben Chefideologen gegenüber der Bevölkerungsmehrheit und den Kommunen, die den Fortbestand der Vollen Halbtagsgrundschulen fordern.

An den Integrierten Gesamtschulen gab es bisher die Möglichkeit, das Abitur nicht in der achtjährigen Turboversion, sondern in neun Jahren abzulegen. Nur so ist echte Durchlässigkeit und gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichem Leistungsniveau möglich. Aus ideologischen Gründen will Schulministerin Heister-Neumann den Gesamtschulen nun das Turbo-Abitur aufzwingen, ein weiterer Versuch, den von Union und FDP ungeliebten Gesamtschulen das Wasser abzugraben. Die Auslese nach der 4. Klasse beschert oftmals schon Grundschulkindern Nachhilfestunden und massiven Erfogsdruck. Dabei stimmen die SchülerInnen und Eltern schon lange mit den Füßen ab: Die Anmeldezahlen an Gesamtschulen übersteigen bei Weitem deren Kapazitäten, das dreigliedrige Schulsystem hat ausgedient, Frau Heister-Neumann! Die Einführung des Abiturs nach 12 Jahren ohne vernünftige Anpassung der Lehrpläne hat an vielen Schulen zu großen Problemen geführt. Die Schülerinnen und Schüler sind zunehmend großem Druck ausgesetzt, neben dem Pensum für die Schule bleibt kaum Zeit für Freunde und Freizeit. Außerdem behindert die Landesregierung weiterhin die Einrichtung von echten Ganztagsschulen, indem die benötigten Lehrerstunden hierfür nicht zur Verfügung gestellt werden. So können die Schulen weder verlässlich planen, noch gute Konzepte für ein Ganztagsangebot realisieren.

Wir fordern, dass es allen Schulen freigestellt wird, ob sie das Abitur nach acht oder neun Jahren anbieten. Im Sinne der eigenverantwortlichen Schulen soll vor Ort entschieden werden, welches Modell für jede einzelne Schule am besten ist!

 

Mehr Studienplätze für zukünftige Lehrerinnen und Lehrer schaffen!


Die Bundesländer haben sich in den letzten Monaten einen regelrechten Wettbewerb um junge Lehrerinnen und Lehrer geliefert. Das ist auch das Ergebnis einer verfehlten Hochschulpolitik. Das Lehramtsstudium ist für viele potenzielle StudienanfängerInnen alles andere als attraktiv. Die Chance, die Umstellung auf Bachelor und Master zu einer echten Studienstrukturreform zu nutzen, wurde vertan. Und: es gibt schlicht nicht genügend Plätze und Kapazitäten an den Hochschulen. So werden Bewerberinnen und Bewerber entweder abgewiesen, oder aber die Studienbedingungen sind eine Katastrophe. Ohne die entsprechenden Studienplätze zur Verfügung stellen und das Lehramtsstudium ebenso wie den LehrerInnenberuf attraktiv zu machen ist der LehrerInnenmangel nicht zu beheben. Darum muss die Landesregierung an den niedersächsischen Hochschulen ebenso investieren wie an den Schulen selber – gute Bildung ist nicht zum Nulltarif zu haben!


Gesamtschulboykott durch willkürliche Hürden bei Neugründungen beenden!


Gesamtschulen sind in Niedersachsen ein Erfolgsmodell. Die Nachfrage ist erheblich höher als das Angebot, so dass es immer wieder Anträge zur Einrichtung neuer Gesamtschulen gibt. Vor allem im ländlichen Raum sind Gesamtschulen eine gute Möglichkeit, auch kleinere Schulstandorte zu erhalten, die mit dem gegliederten System aufgrund von zu geringen SchülerInnenzahlen pro Schule zur Aufgabe gezwungen wären. Die Landesregierung ist aber eine Verfechterin des Aussortierens nach der 4. Klasse, und deshalb sind ihr die Gesamtschulen ein Dorn im Auge. Der Feldzug gegen die Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen (IGSen und KGSen) wird mit willkürlichen Hürden bei der Neueinrichtung betrieben, und auch das Zwangs-Turbo-Abi an den IGSen ist ein Versuch, den beliebten Schulen das Wasser abzugraben. Wir finden: für die niedersächsische Schullandschaft sind Gesamtschulen ein Gewinn! Die Landesregierung muss ihren ideologisch motivierten Gesamtschulboykott stoppen und Neugründungen überall dort, wo sie beantragt werden, zulassen.

 

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